Seeschifffahrt


Seeschifffahrt
1. Begriff: Beförderung von Personen, Post oder Gütern mit Seeschiffen. Zu unterteilen in die Bereiche: (1) Linienschifffahrt: Routengebundener, fahrplanmäßiger Transport (im Güterverkehr zumeist in Containern) zu feststehenden Beförderungsbedingungen und -preisen; (2) Trampschifffahrt: Routenungebundener Transport überwiegend von trockenen Massengütern; (3) Tankschifffahrt: Transport von Erdöl und Erdölprodukten sowohl in Form der Linien- bzw. Pendelschifffahrt als auch der Trampschifffahrt; (4) Spezialschifffahrt: Kühl-, Versorgungs-, Gastank-, Passagierschifffahrt. Die S. wird ferner in die Bereiche „Kleine Fahrt“ (z.B. zwischen einem Hafen in Großbritannien und einem in Kontinentaleuropa) und „Große Fahrt“ (zwischen zwei Häfen in verschiedenen Kontinenten) unterteilt.
- Von der S. zu trennen ist die  Küstenschifffahrt; eine eindeutige Unterscheidung ist jedoch nicht immer möglich.
- 2. Problembereiche: a) Nationale Ebene: Die Seeschifffahrtsbelange auf nationaler Ebene vertritt von staatlicher Seite der für den Verkehr zuständige Bundesminister, Abt. Seeverkehr.
- Das Gewerbe hat zur Interessenvertretung verschiedene Reedervereine und -verbände (u.a. Verband Deutscher Reeder e.V., Verband Deutscher Küstenschiffseigner, Verein Hamburger Reeder) gegründet.
- b) Internationale Ebene: V.a. Internationaler Ständiger Verband für Schifffahrtskongresse (Association Internationale Permanente des Congrès de Navigation (A.I.P.C.N.)), Internationle Seerechts-Vereinigung (Comite Maritime International (C.M.I.)), Internationale Organisation für Seeschifffahrt (International Maritime Organization (IMO)), Internationale Schifffahrtskammer (International Chamber of Shipping (ICS)), The Baltic and International Maritime Council (BIMCO) und International Shipping Federation, Ltd. Die Beschäftigungssituation in der S. ist häufigen Schwankungen unterworfen, was sich in Neubauwellen und Stilllegungen bzw. Abwrackungen widerspiegelt. Lediglich für die Containerschifffahrt werden, wenn auch teilweise zu Lasten der konventionellen Stückgutfahrt, auch weiterhin gute Wachstumschancen erwartet. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Handelsschifffahrt hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, weil einerseits die Raten zumeist auf US-Dollar-Basis abgeschlossen werden und dieser in den vergangenen Jahren tendenziell gesunken ist, die Kosten aber andererseits zum großen Teil auf Euro-Basis anfallen. Um diesem Kostendruck zu entgehen, weichen die Reeder auf billige Flaggen aus. Um diese Tendenz aufzuhalten wurden Zweitregister geschaffen, die einerseits nicht so strengen Regeln unterliegen wie die Erstregister, andererseits jedoch noch gewisse nationale Einflussmöglichkeiten gestatten. Auch im Bereich der Schiffsfinanzierung sind Erleichterungen in Kraft getreten.

Lexikon der Economics. 2013.

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